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Mehr als 150 Jahre für das DRK

Gewähren einen Einblick in die Geschichte und Einsätze des DRK-Ense: Heinz Schäckel {70 Jahre Mitglied), Heide Hohmeier (35 Jahre) und Günter Menge (50 Jahre) (von Links) Foto: VANESSA MOESCH

Von emotionalen Einsätzen bis zum umgedrehten Bau des Heims

Bremen: Als Heinz Schäckel seine mitgebrachte Aktenta­sche öffnet werden die Augen aller Anwesenden groß. Ein Zei­tungsbericht von einer sehr realen Übung in Neheim und meh­rere Ausweise aus einer Zeit, in der viele der jüngeren Mitglie­der des Ortsvereins des Deut­schen Roten Kreuzes (DRK) in Ense noch gar nicht geboren waren.

Gemeinsam mit Heide Hohmeier und Günter Menge stöbert Schäckel vorsichtig durch die Unterlagen. Alle drei sind bereits eine beachtliche Zeit Mitglied beim DRK. Aufhören wollen sie auf keinen Fall. „Dafür ist die Gemeinschaft und der Zusammenhalt einfach zu gut“, sagt Hohmeier, die seit 35 Jah­ren mit dabei ist. Sie fand den Weg dorthin durch Gründungs­mitglied Hanni Pater, startete als Helferin für das Seniorencafé und machte anschließend den Übungsleiterschein für Seniorengymnastik. An das jetzi­ge DRK-Heim war damals noch gar nicht zu denken, der Verein teilte sich auf vier Standorte in Bilme, Lüttringen und Bremen (zwei Standorte) auf.

„Ich war schon beim Roten Kreuz, als ich in der Schweiz ei­nen Unfall hatte und mich Mit­glieder des dortigen Weißen Kreuzes bis nach Hause gefah­ren haben. In solchen Situatio­nen denkt man viel darüber nach, wie viel Hilfe tatsächlich geleistet wird“, erzählt die 82-jährige. Es habe auch viele gege­ben, die sich beim DRK kennen und lieben gelernt haben. Eini­ge Paare haben geheiratet.

Mit 16 Jahren fand auch Gün­ter Menge im Jahr 1976 zum Ver­ein. „Ich wurde damals von ei­nem Arbeitskollegen ange­fragt, ob ich mir das vorstellen könnte. Es hat mir so gut gefal­len, dass ich mich zuerst beim Jugendrotkreuz engagiert ha­be“, sagt er. Von da an ging es die Leiter Stück für Stück nach oben. Seit 50 Jahren ist er be­reits Mitglied, seit 25 Jahren macht er – aus gesundheitlichen Gründen – den Hausmeis­ter und den Fahrzeugwart. Im Jahr 1971 zog er von Haus Füchten nach Bremen und ist noch heute bei Einsätzen im DRK-Heim zur Stelle, um die Mitglieder zu unterstützen. Auch emo­tional.

„Es gab mal einen Unfall auf der Strecke von Neheim nach Lüttringen. Ich war bei diesem Einsatz nicht vor Ort, aber als unsere Mitglieder wiederkamen, waren sie sehr betrübt. Ich habe eine Kiste Bier auf die Theke gestellt und ihnen gesagt, sie sollen jetzt hier im DRK-Heim darüber sprechen und das Geschehene nicht mit nach Hause nehmen“, sagt der 66 jährige. Trotz aller Not habe er in seinen vielen Jahren auch enorme Hilfsbereitschaft in Einsätzen erfahren, so Menge Als im Sommer 2002 die Elbe über die Ufer trat, war der Ortsverband nach Magdeburg gefahren, um zu helfen. “Wir waren bei der Flut­katastrophe in einer Schule in Biere untergebracht. Die Leute von dort kamen zu uns und bo­ten an, unsere Kleidung zu waschen.Das ist nicht selbstver­ständlich und wir rechnen es ih­nen auch heute noch hoch an.“

Dass viele Mitglieder heutzu­tage schon nach zwei Jahren den Verein wieder verlassen, be­trübt. Man müsse laut Menge in die Gemeinschaft hineinkom­men und Freude an dieser Tätig­keit haben. Dann bleibe man auch hängen. Verlässlichkeit, Hilfsbereitschaft und Spaß an der Sache seien die wichtigsten Charaktereigenschaften für das DRK. „Von Anfang an war es hier der grandiose Zusammen­halt über die Jahre und das Zu­sammenarbeiten mit anderen Ortsvereinen und Gruppen, das uns weitergebracht hat“, sagt Menge. Heinz Schäckel ergänzt: „Wenn der Zusammenhall nicht gewesen wäre, dann wür­de hier alles gar nicht stehen.“ Er deutet auf die Mauern des DRK-Heims.

Der 85 jährige  ist bereits 70 Jahre lang Mitglied beim Ver­ein, hat, bevor er nach Ense kam, im Neheimer Bereich mit 15 als Helfer angefangen. Eine Familientradition, wie er sagt, denn alle aus seiner Familie wa­ren beim DRK. 1977 kam er nach Ense und auch in den Vorstand des Ortsvereins, wo ihm bald in einem Berg von Unterlagen ein Brief der Gemeinde in die Hände fiel. „Es handelte sich dabei um ein kostenloses Grundstück, das uns zur Verfügung ge­stellt werden sollte. Es hat lange gedauert, bis es erschlossen war“, erinnert sich Schäckel. Der heutige Standort war da­mals unbebaut.

Als Erstes kamen Fertiggaragen. Auch Menge erinnert sich an den weiteren Verlauf der Ar­beiten. „In Soest haben wir die alte Berufsschule abgebaut und die Teile nach Ense gebracht. Das Ständerwerk haben wir dort gelagert, wo heute die Stadthalle steht. Und zuerst ha­ben wir das Dach gebaut und da­nach unser Haus darunter.“ Zwischenwände gab es vorerst nicht und die Toiletten waren mit Planen abgehangen. Richtfest wurde in den 1980er Jahren gefeiert. Mit vielen Händen und Zusammenarbeit wurde ein Heim geschaffen, das die Mit­glieder als ihr zweites Zuhause ansehen. Auch, wenn es gerade saniert und renoviert wird, pas­siert das auch Jahre später noch immer zusammen.

Quelle: Soester Anzeiger, Bericht:VANESSA MOESCH

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