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Drei Generationen, ein Rotes Kreuz

von links: Franziska, Stefanie Lange und Sylvia Wilhelm Foto: J. THIELE DRK Ense

Was vor rund 25 Jahren mit einer Kinderbetreuung bei der Blutspende begann, ist heute eine besondere Familiengeschichte: Sylvia, ihre Tochter Stefanie und Enkelin Franziska engagieren sich gemeinsam beim DRK Ense.

Ein gemeinsamer Sanitätsdienst, ein kurzer Blick und das Wissen, sich aufeinander verlassen zu können: Sylvia, Stefanie und Franziska verbindet beim DRK Ense weit mehr als ihre familiäre Beziehung. Sie teilen die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und für andere Menschen da zu sein.

Der Einstieg 

Stefanies Weg zum Roten Kreuz begann vor rund 25 Jahren. Ihre Schwester Yvonne war bereits im Jugendrotkreuz aktiv. Bei Blutspendeterminen gab es damals eine Kinderbetreuung. Weil Stefanie Kinderpflegerin und Erzieherin gelernt hatte, wurde sie gefragt, ob sie unterstützen könne. Sie sagte zu – und blieb.

„Ich fand es schade, wenn das Jugendrotkreuz in Ense aufgehört hätte.“ Als die damalige Leitung aufhören wollte, übernahm Stefanie die Aufgabe, absolvierte die erforderlichen Lehrgänge und baute die Jugendarbeit weiter aus. Heute engagieren sich zahlreiche Kinder und Jugendliche in der Gruppe. Auf die Entwicklung blickt sie mit Freude und Stolz: „Ich bin sehr froh und auch etwas stolz, dass es so gewachsen ist.“

Für Stefanie ist das Jugendrotkreuz ein Herzensthema. Sie möchte, dass es in Ense weiterbesteht und junge Menschen einen Ort finden, an dem sie Gemeinschaft erleben, Neues lernen und Verantwortung übernehmen können. Zugleich weiß sie, wie viel hinter dem Ehrenamt steckt: „Der Zusammenhalt ist bei uns sehr groß. Es braucht aber auch ganz viel Zeit und Engagement, so ein Ehrenamt zu machen.“

Über Stefanie fand auch Sylvia ihren Weg zum DRK. 2004 kam sie dazu. Im Juni 2012 schloss sie sich der Rettungshundeeinheit des DRK Ense an, der sie gemeinsam mit Hund Arnaud bis zu dessen Erkrankung im März 2023 angehörte. Später übernahm sie die Aufgabe der Rotkreuzleiterin.

„Die ehrenamtliche Arbeit mache ich sehr gerne und versuche, diese Arbeit auch gut zu machen.“ Dass ihre Tochter und ihre Enkelin inzwischen ebenfalls Teil der Gemeinschaft sind, bedeutet ihr besonders viel. „Das fühlt sich für mich sehr gut an. Dadurch habe ich das Gefühl, dass ich in meinem Leben alles richtig gemacht habe.“ Für Sylvia ist das Engagement der drei Generationen auch ein Zeichen dafür, dass sie wichtige Werte weitergegeben hat: „Da es nun drei Generationen im DRK Ense sind, bin ich der Meinung, dass ich meinen Kindern und Enkelkindern die richtigen Werte im Leben mitgegeben habe.“

Auch Stefanie ist stolz auf den Weg ihrer Mutter. Die beiden haben sogar gemeinsam ihre Ausbildung zur Rettungssanitäterin absolviert. Dass Sylvia heute eine Leitungsposition innehat, freut Stefanie besonders. Gemeinsame Dienste machen ihr Spaß: „Wir sind ein eingespieltes Team und verstehen uns blind.“

In der kommenden Woche werden Sylvia und Stefanie auch gemeinsam auf der Soester Allerheiligenkirmes im Sanitätsdienst tätig sein. Das Heidelauf - Foto zeigt die drei dagegen bei einem bereits absolvierten Einsatz in diesem Jahr – und macht sichtbar, dass das Familiengespann nicht nur privat, sondern auch im Ehrenamt zusammengehört.

Franziska, die jüngste der drei, war zunächst selbst im Jugendrotkreuz aktiv. Seit Anfang des Jahres gehört sie als Sanitäterin zur erwachsenen DRK-Gemeinschaft. Eine Verpflichtung war das für sie nie: „Man ist mit der Truppe aufgewachsen, aber gezwungen wurde ich nie.“ Sie habe schon immer gerne anderen geholfen. Dass Oma und Mutter bereits dabei waren, habe ihr den Einstieg erleichtert.

Bei gemeinsamen Diensten fühlt sie sich sicherer als mit anderen, weiß aber auch, dass sie noch viel lernen muss: „Natürlich bekomme auch ich meine Fehler zu hören und was ich besser machen kann.“ Gerade das gehört für sie dazu. Besonders schätzt sie die Menschen und die Atmosphäre: „Die positive Atmosphäre und die netten, herzenswarmen Menschen“ seien es, die das DRK Ense ausmachten. 

Eine Einladung an andere

Drei Generationen, drei unterschiedliche Aufgaben und eine gemeinsame Überzeugung: Ehrenamt ist keine Pflicht, sondern eine Entscheidung. Franziska möchte deshalb auch andere ermutigen, sich einzubringen: „Traut euch auch mal, über euren Schatten zu springen. Es ist ein tolles Gefühl, Teil von so einer Gemeinschaft zu sein.“ Gerade heute brauche es ihrer Meinung nach mehr engagierte Menschen.

Lust, dabei zu sein?

Das DRK Ense freut sich über Menschen, die sich engagieren möchten. Ob im Jugendrotkreuz, bei Sanitätsdiensten, in der Rettungshundearbeit oder in anderen Bereichen – es gibt verschiedene Möglichkeiten, Teil der Gemeinschaft zu werden. Vorkenntnisse sind je nach Aufgabenbereich nicht erforderlich. Wer Interesse hat, kann sich unverbindlich beim DRK Ense melden oder über die Website und die Social-Media-Kanäle Kontakt aufnehmen.

Weitere Informationen: www.drk-ense.de

Bericht: J. THIELE DRK ENSE

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